Willkommen - Zum Vorlesen der Texte markieren Sie den Text - Danach nicht auf den Touchscreen tippen   Click to listen highlighted text! Willkommen - Zum Vorlesen der Texte markieren Sie den Text - Danach nicht auf den Touchscreen tippen

Urkunde über die Offenhaltung der Klosterpforte

Urkunde über die Offenhaltung der Klosterpforte

 

Mit der Stiftung der Grafen von Ravensberg und der Errichtung des Klosters liegt die Gemeindekirche wie auch das Pfarrhaus inmitten des Klosterbereiches. Dadurch war die Abgeschiedenheit, die sich ein Zisterzienserinnenkloster wünschte, eingeschränkt. So wurde die Zuwegung getrennt. Während für die Gemeinde und den Pastor der Weg entlang der südlichen Mauer des Kirchhofes führte , hierfür bestand über den Kirchspielsgraben eine gesonderte Brücke und ein Tor -, hatten die Klosterfrauen und die Besucher des Klosters eine eigene Brücke und Pforte.

Das scheint nicht ohne Probleme gewesen zu sein, denn ab 1450 wird eine neue Regelung getroffen. So wurde am 21. Dezember  1450 vom Kloster bestätigt:

„Wir, Geseke von Rumbecke, Superiorin, Achate Schartenwoldes, Schaffnerin, und die gewöhnlichen Jungfern des Konvents zu Bersenbrück anerkennen und bezeugen in diesem offenen Briefe, dass wir der Kirchspielsgemeinde zu Bersenbrück einen Weggeben müssen über unsere Brücke, belegen vor der Kirchspielspforte zum Gebrauch zu der Kirchspielsgemeinde Nutzen und Begehr und einen Pförtner halten sollen und wollen, der ihm die Pforte öffne tags und nachts, wann immer und wie oft ihm dieses notwendig und erwünscht ist. Wo das genannte Kirchspiel danach Bedarf hat, es komme wie es kommt, so wollen und sollen wir dem vor genannten Kirchspiel eine Brücke schlagen lassen zu des Kirchspiels eigenen Pforte auf unsere Kosten ohne seinen Schaden. Alle diese vorgenannten Punkte und Artikel geloben wir für uns und unsere Nachkommen fest und unverbrüchlich zu halten sonder Arglist. Zum Zeugnis der Wahrheit dessen und weiterer Beurkund haben wir unser gutes Siegel an diesen Brief wissentlich gehangen.

Gegeben im Jahre des Herrn 1450 am Freitag, dem Feste des hl.Apostel Thomas“

Als 1700 die neue Klosterpforte errichtet wurde, ist diese gemeinsam genutzt.

Der Nachtwächter, der in der Klosterpforte wohnte, war zugleich Pförtner, der für die Besucher des Klosters und für Mitglieder der Kirchengemeinde den Zugang jederzeit öffnen musste. Als das Kloster 1787 geschlossen wurde, fiel das Pförtnerhaus, der südliche Anbau, deshalb an die Kirchengemeinde, der nördliche an den Fiskus.

Erst 1876 wurde die schwere Eichenpforte entfernt und damit der freie Zugang zum Stiftshof geschaf­fen. Die Kirchengemeinde hat ihr Haus später an den Läuteküster Thye verkauft. Der Weg zwischen dem Gebäude und der Kirchhofsmauer sowie der Garten hinter dem Hause am Kirchspielsgraben blieben im Eigentum der Kirchengemeinde.

 

Click to listen highlighted text!