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Pastor Wellmann und das Lagerbuch von 1820

Pastor Wellmann und das Lagerbuch von 1820

Pastor WellmannPastor Wellmann war Pfarrer in Bersenbrück von 1799 bis 1835.
Es waren schwierige Jahre der Neuordnung der finanziellen Verhältnisse nach der Klosteraufhebung und die Zeit der französischen Verwaltung mit den Lasten und den Ansprüchen, die an die Kirchengemeinde gestellt wurden. Es war die Zeit der politischen Veränderungen von der Aufhebung des Fürstbistums Osnabrück 1803, der vorübergehenden Zugehörigkeit  zum Kurfürstentum Hannover, der Zeit, als auch Bersenbrück zum König­reich Westfalen unter Jerome Napoleon gehörte, bis zur Neuordnung Europas nach dem Wiener Kongress 1814 – 1815. Aber auch die Bildung des Amtes in Bersenbrück 1817 und damit der Beginn der Entwicklung von Bersen brück fällt in Pastor Wellmanns Zeit.

Er hat nicht nur die Rechte der Gemeinde gegenüber dem Klostervermögen und  staatlichen Stellen gewahrt, son­dern auch die Verwaltung und die Finanzen geordnet. Da­ mit hat er das finanzielle Fundament geschaffen, um die Kirche und die kirchlichen Gebäude in Stand zu halten und  zu pflegen.  Unter ihm wurde  die inzwischen  leerstehende Klosterkirche durch die Gemeinde übernommen, die Krypta unter der Kirche verfüllt und die Zwischenmauern abgebrochen. So erhielt unsere Pfarrkirche im Inneren ihr jetziges Aussehen. 

Pfarrer Wellmann hat eine große Anzahl von Schriftstücken hinterlassen, unter anderem seine chronikähnlichen Aufzeichnungen,  die „Annalen“ wie er sie selbst nannte. Pfarrer i.R. Hellen kam 1939 das Verdienst zu, diese zusammenzustellen und zu veröffentlichen. Dieses Buch „Pastor Wellmanns Wirken in Bersenbrück von 1799 bis 1835″ ist heute ein überaus wertvolles Dokument über die Geschichte der Kirchengemeinde und die Verhältnisse Anfang des 19. Jahrhunderts. 

Über seine Abstammung schrieb Pastor Wellmann selbst: „Mein und meines Bruders Friederich Eltern waren Theodor Wellmann und Maria Christine Adelheid geb. Veltmann, bei dem Dorfe Ankum wohnhaft. Ich selbst wurde daselbst im elterlichen Hause im Monat Februar 1761, mein Bruder Friederich um Monat Juli 1766 geboren. In unserer zarten Kindheit verloren wir durch einen frühen  Tod unsere Eltern, unser Vater am 1. November  1768 in seinem Alter von 46 Jahren und den Dezember 1768 unsere Mutter. In Ansehung der Familie, wovon mein Vater abstammt, habe ich weiter nicht erfahren, als dass er von dem Kolonat Wellmann, Bokel, Kirchspiels Ankum, wie solches mir der Kolon Wellmann daselbst mehrmals gesagt hat, abstammt.“ 

Die finanzielle Basis einer Kirchengemeinde waren zu der Zeit die Erträge aus ihrem Vermögen, die festen Abgaben  der  Gemeindemitglieder  und  die  verschiedenen  Gebühren, die für  bestimmte Handlungen zu zahlen waren. Ferner waren Einnahmen vorhanden aus der Vermietung von Plätzen in den Kirchenbänken. Für Bersenbrück kamen noch hinzu die Leistungen aus dem Klostervermögen aufgrund der ursprünglichen Verpflichtungen. 

Wichtig waren deshalb die genaue Erfassung aller Ansprüche  und der Einzug der Forderungen. Gezeigt wird das „Lagerbuch“, das Pastor Wellmann 1820 erstellt hat. 

Aufgeschlagen  ist:

„Verzeichnis I Welche jährlich den Canon oder die Pfennigsrente  entrichten müssen.“

„Verzeichnis II der Kirchen- Eigenbehörigen samt deren Praestation“ [ =Abgaben]

Hinweise über benutzte Texte und Autorenrechte
siehe Quellenverzeichnis!!!
Literatur:
Hans Witte: Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück, München 1992

Otto zu Hoene: Kloster Bersenbrück, 2 Bände. Osnabrück 1977/78
© 2014 Kath. Pfarramt St. Vincentius – Stiftshof 3 – 49593 Bersenbrück – Telefon: 0 54 39/93029
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