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Kelch aus dem 13. Jahrhundert

Kelch aus dem 13. Jahrhundert

Mit dem eucharistischen Kelch aus dem 13. Jahrhundert verfügt die Kirchengemeinde über einen besonderen Schatz. 

Um 1240 entstand in Osnabrück der so genannte „Sifridus-Kelch „, ein außergewöhnlich prunkvolles Kunstwerk.
Im 30 jährigen Krieg musste er vom Osnabrücker Domkapitel an die Schweden im Rahmen einer so genannten Brandschatzung ausgeliefert werden und befindet sich heute im Dom zu Borga in Finnland.

Auf dem Kelchfuß  befinden  sich, umrahmt von Blattornamenten, vier ovale spitz zulaufende Medaillons mit reliefartigen Motiven der Verkündigung, der Geburt, der Kreuzigung und der Frauen am Grabe. Aufwändig gestaltet sind ebenfalls der Schaft sowie die Kuppa.

 In der Nachfolge des Sifridus-Kelches sind einige Abendmahlkelche entstanden, die vom Format kleiner und in der Ausstattung wesentlich schlichter sind .
Ihre nahe Verwandtschaft mit dem bedeutenden Vorbild ist vor allem an der Gestaltung des Fußes zu erkennen. Hierzu gehört auch der Kelch Kelchvon Bersenbrück, der etwa um 1250 entstanden sein könnte.

 So zeigt dieser ebenfalls vier Medaillons mit der Verkündigung an Maria, der Geburt Christi, der Kreuzigung und er Frauen am Grabe.
Sogar die Figuren stimmen in ihrer Haltung weitgehend mit dem   Vorbild   überein, mit Ausnahme des gekreuzigten   Christus, der als   sogenannter „Viernageltypus“ wiedergeben ist.

 Allerdings sind hier die kreisrunden Medaillons nicht in Treibarbeit hergestellt sondern gestanzt, d.h. der Goldschmied hat sie mit Hilfe von Matrizen angefertigt, die ihm die mehrfache Wiederholung der einzelnen Reliefs ermöglicht haben.
Die Blattranken in den Zwickeln sind ebenfalls gestanzt und auf den Fuß auf gelötet.

Medaillon

Medaillon

 

Der  Schaft  mit  dem  birnenförmigen  Knauf und den  sechs  aufgesetzten geflügelten Engelsköpfen  stammt  vom  Anfang  des  18. Jahrhunderts   und ersetzt  wohl   den beschädigten ursprünglichen  Schaft. Die schalenförmige Kuppa ist wiederum aus dem 13. Jahrhundert; sie ist schmucklos, besticht jedoch durch ihre ansprechende Form.

Vergleichbare Kelche wie der in Bersenbrück befinden sich in Lüdinghausen, Oldenburg (Lamberti-Kirche) und in Dissen.

 

 

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