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Die Zeit bis nach dem 30jährigen Krieg

Die Zeit bis nach dem 30jährigen Krieg

Die Veröffentlichung der 95 Thesen gegen den Ablassmissbrauch durch Martin Luther war der Beginn eines neuen Zeitalters, das die religiöse und politische Land schaft Europas veränderte. Aus diesem Ereignis entwickelte sich die Reformation. 

Ganz allmählich erfasste diese die Gemeinden und Klöster. Doch scheint erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts die Reformation auch unser Kloster erfasst zu haben.

Unter der lutherischen Äbtissin von Meverden (1595 bis 1614) löste sich die zisterzienserische Disziplin auf. Als im Jahr 1609 der junge katholische Zisterzienserpater Severinus Raeckmann aus Marienfeld im Zuge der Gegenreformation als Kaplan in das Kloster Bersenbrück geschickt wurde, musste er berichten, dass in Bersenbrück die lutherische Religion ausgeübt wird. Der Konvent war bis auf wenige Klosterfrauen geschrumpft, die finanzielle Lage, auch aufgrund von Missernten, insbesondere jedoch durch die Auflösung der alten Ordnung, schlecht. 

In dem Streit zwischen den Klosterfrauen unterschiedlicher Konfession setzten sich die beiden jungen katholischen Nonnen Elisabeth- Lukretia von Vincke und Anna von Nagell, sicher mit Hilfe des Konfessarius Raeckmann, durch. Zwei junge katholische Frauen kamen neu ins Kloster, die übrigen verließen 1614 Bersenbrück. Der Konvent vervollständigte sich wieder mit Nonnen aus anderen Klöstern. Die Elisabeth-Lukretia von Vincke sollte als neue Äbtissin die Verantwortung für das Kloster in den kommenden schweren 30 Kriegsjahren tragen.

Als der Generalvikar Albert Lucenius 1625 auf seiner Visitationsreise durch das geistliche Fürstentum Osnabrück auch die Kirchengemeinde in Bersenbrück besuchte, konnte er folgendes  in sein Protokoll schreiben:

„Inspektion der Pfarrkirche St. Vinzenzin Bersenbrück (3.Mai): Sie hängt mit der Klosterkirche der Zisterzienserinnen zusammen. Zuständig für die Einsetzung des Pfarrers ist die ehrwürdige Äbtissin und der Konvent eben dort, Archidiakon ist der Herr Kantor der Domkirche.

Pastor oder Pfarrkaplan ist seit 10 Jahren Bruder Adolph Bracker, Dominikaner, der einfach und ungebildet ist.

Küster ist Georg „.,nach dem Zeugnis des Beichtvaters und Pastors katholisch.

In der Kirche sind das Allerheiligste in der Monstranz und das heilige Öl vorhanden, das Taufbecken ist verschlossen; das übrige war erträglich geordnet und verriet die Nähe des Klosters und einige Obhut der Nonnen, ließ aber leicht größere Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt zu. Die Äbtissin wurde ermahnt und versprach alles Gute.

Nach Angaben ihres Pfarrseelsorgers und Beichtvaters waren alle Pfarrangehörigen katholisch; etwa 550 katholisch Kommunizierende zählte man am vergangenen Osterfest.“

Diese Niederschrift erlangte 24 Jahre später im Westfälischen Frieden für das Fürstbistum Osnabrück große Bedeutung: Gemeinden und Klöster wurden in der „capitulatio perpetua“ der Konfession zugesprochen, die gemäß dem Protokoll des Lucenius am 1.1.1624 dort bestand . So blieben Kirche und Kloster Bersenbrück katholisch.

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