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Die Urkunde von Glandorf 1231

Die Urkunde von Glandorf 1231

Allen Christgläubigen, die jetzt sowie künftig leben und die vorliegende Urkunde einsehen, sei bekannt, dass im Zusammenhang mit der Tötung des Grafen Simon von Tecklenburg, die Graf Hermann und seine Söhne, die Grafen Otto, Hermann und Ludwig, mit Erlaubnis des Herrn an ihm verübt haben, zwischen den Grafen Heinrich und Otto von Tecklenburg und den schon genannten Grafen von Ravensberg unter Vermittlung des Herrn Adolf, des damaligen Erzbischofs von Köln, und anderer ehrenwerter Männer ein voller Vergleich geschlossen worden ist. Da dieser von dem Grafen Otto von Tecklenburg und von den Grafen Otto und Ludwig von Ravensberg kaum eingehalten wurde, stritten sie eine Zeitlang untereinander und die Zwietracht unter ihnen nahm immer mehr zu. Schließlich beschlossen sie mit Zustimmung des Herrn, dem Rat ihrer Freunde zu folgen und sich von Neuem auszusöhnen, was auch in der folgenden Form geschehen ist: Graf Otto von Tecklenburg hat die schon genannten Grafen von dem Lehnseid gelöst, den diese ihm beim ersten Vergleich geleistet hatten. Zudem hat er auf ihre Güter, auf die sie damals zugunsten der Kölner, Bremer und Paderborner Kirche verzichtet hatten und die er selbst hernach von denselben als Lehen hatte, nun in die Hände der Bischöfe übergeben, sodass sie ihm entfremdet sind und in deren Niesbrauch völlig frei zurückkehren. Auch hat er auf das Erbgut in Kappeln und Bersenbrück, auf dessen Eigentum sie zu seinen Gunsten vor dem Gericht, das „vrithinc “ heißt, verzichtet und das sie von ihm als Lehen hatten, nun vor demselben Gericht zu ihren Gunsten verzichtet, sodass es nach derselben Rechtsordnung, nach der es an ihngekommen war, mit allem, was dazu gehört, frei an sie zurückkam. Generell kehrten auch alle Eigenen sowie die Lehnsgüter, gleich, unter welchem Rechtstitel sie indem früheren Vergleich an ihn gekommen waren, so einfach und präzise an sie zurück, dass der Graf von Tecklenburg mit seiner ganzen Nachkommenschaft im Übrigenkein Recht an ihnen oder dem, was zu ihnen gehört, beanspruchen kann.Ebenso hat der Graf von Tecklenburg 1000 Mark, die die Grafen von Ravensberg auf Grund des ersten Vergleichs zu geben gehalten waren und für die sie auch, solange sie nicht gegeben waren, zur Strafe für den Aufschub jährlich 110 Mark geben mussten, ihnen erlassen, sodass ihnen die gesamte Geldsumme und die Summe, die ihnen als Strafe auferlegt und über einige Jahre hin zurückgehalten worden war, erlassen wurde, und die Höfe Droleshagen, Baremen, Kappeln und Bersenbrück, die ihm unter dem Titel eines Pfandes für das besagte Geld übertragen worden waren, hat er vollständig abgelöst und mit allem, was zu ihnen gehört, zurückge­ geben. Außerdem hat er, damit eine wahre Aussöhnung unter ihnen zustande kommt und eine feste, dauernde Eintracht und Freundschaft bleibt, alle Urkunden, die dem Grafen von Tecklenburg beim ersten Vergleich zum Lehnseid , durch den ihm die oft genannten Grafen verpflichtet waren, zum Eigentum oder Lehen oder zu jedweder unter ihnen getroffenen „Vereinbarung gegeben worden waren, in aufrichtiger, herzlicher Freundschaft in ihre Hände abgegeben, indem er einfach zu ihren Gunsten darauf verzichtete. Andrerseits aber haben die Grafen von Ravensberg den Grafen von Tecklenburg von 3000 Mark befreit, die ihnen durch einen Rechtsspruch zuerkannt worden sind , als sie einmal vor dem Herrn Herzag Engelbert, dem ehemaligen Kölner Erzbischof , wegen der ihnen von demselben zugefügten Schäden klagten.

 

Außerdem hat der Graf Otto von Ravensberg auf alle Güter des Grafen von Tecklenburg, die er von der Utrechter und Paderborner Kirche zu dessen Schaden erhalten hatte, verzichtet, indem er in jeder Hinsicht auf dieselben verzichtete. Auch haben die Grafen von Ravensberg hinzugefügt, dass sie, wo immer es ohne Schaden für ihre eigene Ehre möglich ist, den Grafen von Tecklenburg mit Rat und Tat fördern und ihm gegenüber beständige Liebe und feste Eintracht bewahren wollen, solange sie leben.

Damit nun aber dieser Vergleich in der aufgezeichneten  Form größere Kraft behält, haben der Graf von Tecklenburg und die Grafen von Ravensberg und die Ritter von beiden Seiten sich gegenseitig die Treue in die Hand versprochen.

Von Seiten des Grafen von Tecklenburg aber: Konrad von Brochterbeck, Gottschalk Buddo, H einrich Buddo, die Brüder Hermann und Johannes von Langen, Johannes Kieslink, Bernhard von Bramhornen, Hermann von Lon, Heinrich von Renen, Thomas  von Thetten, Johannes Blizcap, Konrad  Scapesculdere; von Seiten der Grafen von Ravensberg: Herbord von Spredowe, Johannes von Kappeln, Alexander von  Bekeseten,   Bertram   Sprik,   Johannes   von  Dinklage,  H erbord   Salendin,  Meinfrid von Barkhausen,  Heinrich  Snipel,  Gottschalk  von Lon,  Sifrid   von Brinke,  Mundschenk  Ekkehard . Außerdem haben, damit dieses unverändert gültig bleibt, der Graf Otto von Tecklenburg, die Grafen von Ravensberg, Graf Adolf von Schaumburg, der Burggraf von Querfurt, die Grafen Hermann und Heinrich von Waldenberg, Graf Heinrich von Hoya und sein Sohn zur Sicherheit der vorliegenden Urkunde  ihre  Siegel  hinzugefügt.  Dasselbe  werden  auf   Veranlassung  des  Herrn  Grafen  von Tecklenburg tun: der Herzog von Limburg, H err Bernhard von Lippe, Herr Ludolf von Steinfurt.

Wenner sie aber nicht dazu bewegen kann, wird er schwören, dass es ihm nicht möglich war. 

Zeugen hierfür sind: Herr Bernhard von Osede, Herr Gottschalk von Lon, Herr Gottschalk von Diepholz als Adlige; Herr Goswin, Herr Gerhard von Riesenheck, Herr Giso, Osnabrücker Kanoniker, Herr Reimbold Böse, Gerhard Cantemerle als Kleriker, Friedrich Sniphard , Hermann von Lotte, Amelung von Lienen und sein Bruder Hermann und viele andere mehr.

Verhandelt wurde dies bei Glandorf im Jahre 1231 nach Christi Geburt.

 

Gedenkstein

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