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Die Familie von Ravensberg

Die Familie von Ravensberg

Der Friedensvertrag von Glandorf von 1231 führte zur engen Verbindung der Familie von Ravensberg mit den Grafen von Tecklenburg. 1238 wurde Jutta, die 1231 geborene Tochter und Erbin Ottos und Sophias von Ravensberg, mit Heinrich von Tecklenburg verlobt. Die Vermählung fand verabredungsgemäß im Jahr 1244 statt. Im selben Jahr starb Graf Otto und wurde vor dem Hochaltar der St. Vincentius-Kirche beigesetzt. Auch der früh verstorbene Sohn Hermann fand an der Seite seines Vaters die letzte Ruhestätte.

Heinrich von Tecklenburg starb bereits 1248 nach kinderloser Ehe mit Jutta von Ravensberg. Jutta übertrug ihren Besitz in Vechta und im Emsland an den Bischof von Münster und heiratete den Edelherrn von Montojie (Monschau). Um 1261 verstarb auch Sophia von Ravensberg; auch sie wurde in der Pfarrkirche in Bersenbrück beigesetzt.

Jutta von Ravensberg gab am 25. September 1297 den Auftrag, aus ihrem Erbe jährlich 10 Mark für das Kloster Bersenbrück bereitzustellen, wo auch sie beerdigt werden wollte. Die letzte Nachricht von ihr stammt aus dem Jahr 1302, sie war bereits 71 Jahre alt. Es ist anzunehmen, dass sie bald darauf verstorben ist. Die alte Grabinschrift spricht dafür, dass ihr letzter Wille erfüllt wurde und auch sie in Bersenbrück ihr Grab fand .

Um 1814 schreibt der seinerzeitige Pfarrer Wellmann, dass sich zwei weiße Steine zu Fuße des Hochaltars befinden mit der (aus dem lateinischen übersetzten) Inschrift: „Unser Stifter Graf Otto, Liebhaber des Heils ruht hier, sein Sohn ist mit ihm begraben. Hier ruht die fromme Stifterin Gräfin Sophia. “ 1969 waren die Steine noch vorhanden, allerdings so abgetreten, dass nichts mehr lesbar war.

Aber auch auf dem Gemälde von 1722, das Sophia und Jutta von Ravensberg zeigt, erwähnt die Inschrift „Deren Leichname zu Füßen des Hochaltars in unserer Pfarrkirche in Frieden ruhen.“ Möglicherweise lagen zu diesem Zeitpunkt Nachrichten drüber vor, dass auch Jutta damit gemeint war.

In einer Handschrift des Historischen Archivs der Stadt Köln, geschrieben zwischen 1635 und 1656, von dem auch im Osnabrücker Raum tätigen Geschichtsforscher Aegidius Gelen, finden sich  unter  den Angaben  zur  Geschichte  des  Bersenbrücker  Klosters  auch  Mitteilungen  zu Stiftergräbem.

Gelen las:

„Noster fundator comes Otto salutis amator, Hermanno nato jacet sibi contumulato“

„Fundatrixque pia jacet hie comitessa Sophia

virtutum cella

natae cum prole gemella“

Eine Zeichnung des Wappens hat er hinzugefügt.

Diese Inschriften in der deutschen Übersetzung sind auf der Gedenktafel eingemeißelt, die jetzt in der Nähe der Grabstelle angebracht ist:

„Unser Stifter Graf Otto

Liebhaber des Heils ruht hier .

Sein Sohn Hermann ruht mit ihm.“

Desgleichen ruht hier die fromme Stifterin Gräfin Sophia

Hort der Tugend

mit ihrer zweifachen  Nachkommenschaft. „

So wurde der Wunsch der Stifterfamilie, den sie in der Gründungsurkunde des Klosters niedergelegt  hatten, nach 775 Jahren wieder erfüllt: „ …das dauernde  Gedenken an …uns in Verehrung gepflegt werde.“

 

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