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Aus dem Bücherschatz von Kloster und Kirche

Aus dem Bücherschatz von Kloster und Kirche

Klöster waren im Mittelalter Keimzellen für  Bildung und Wissenschaften. So zeugt auch ein antiquarisch wertvoller Bücherbestand  von einer regen geistigen Tätigkeit in Kloster und Pfarrei Bersenbrück. Über den ursprünglichen Bestand und Umfang der Klosterbibliothek gibt es keine sicheren Informationen.  Man darf vermuten, dass nach der Auflösung  des Klosters zusammen mit dem Inventar wohl auch Bücher versteigert wurden. Nachweisbar  ist jedoch ein Skriptorium, das erstmals 1351 urkundlich belegt ist. Auch Rechnungen über Ausgaben für  die Schreibstube sowie zahlreiche beschriebene Pergamenteinbände in den Klosterakten deuten darauf hin, dass Schreibarbeiten zum Alltag im Kloster Bersenbrück gehörten.

Im Jahre  1962 wurden 406 gedruckte Werke aus der Zeit zwischen 1487 und  1870 von der Pfarrgemeinde Bersenbrück der Diözese Osnabrück übergeben. Eine wertvolle Bibel, gedruckt 1487 in Basel, fand  ihren Platz im Diözesanmuseum, der übrige Bücherbestand  in einer gesonderten Abteilung der Diözesanbibliothek. Kennzeichnung wichtiger Fundstellen und Randnotizen dokumentieren das eifrige Studium in früheren Zeiten. Etliche Bücher sind durch entsprechende Einträge auch den früheren Besitzern  oft Bersenbrücker Geistliche zuzuordnen.

Das breite Angebot von Werken aus den unterschiedlichsten Wissensgebieten belegt das vielseitige Interesse früherer  Generationen. Den Schwerpunkt bilden natürlich die Bände aus dem Bereich von Theologie und Kirche: Bibelexegese, Kirchengeschichte, Kirchenrecht, Moraltheologie, Dogmatik, Liturgie und Gebet und viele pastorale Handreichungen  (Predigtsammlungen, katechetische Anleitungen, Handbücher für  Beichtväter u. a.). Beeindruckend ist aber auch die Vielfalt von Werken aus profanen Disziplinen: Philosophie, Pädagogik, Handreichungen für den Unterricht (deutsche Sprache, Mathematik, Geographie u. a.), griechische und lateinische Literatur, deutsche Klassiker, Naturwissenschaften, Rechtsgeschichte und zum Klosterbereich passend  auch ein Handbuch der Landwirtschaft. 

Neben der schon erwähnten Bibel sind die ältesten Werke ein lateinisches Wörterbuch aus dem Jahre  1540 und eine kleinformatige  Ausgabe der „Antiquitates Romanae“ des in Rom lebenden griechischen Schriftstellers Dionysios von Halikamassos aus dem Jahre 1555. Bibliophile Raritäten stellen einige großformatige  Folianten dar, z.B. ein Messbuch (Missale Romanum) von 1799 und eine 1688 erschienene Ausgabe der „Demonstratio evangelica“ des Bischofs Eusebios von Caesarea.

Exemplarisch werden ausgewählte Werke aus der Kloster- und Pfarr­bibliothek ausgestellt, die das breite Spektrum von Fachgebieten repräsentieren und zugleich einen Eindruck von den Leis tungen der frühen Druckkunst geben.

Bücher 1

 

  1. Dictionarium Latinae linguae Ambrosii Calepini              Basel  1540
    (einsprachiges lateinisches Wörterbuch)  

  1. Dionysii Halicarnassei Antiquitatum,sive                            Lyon  1555
    Originum Romanarum,  libri X (Dionysios von Halikarnassos: griechischer Rhetor und Geschichtsschreiber; kam 30 v. Chr. nach Rom  und verfasste dort eine „Römische Altertumskunde“ )

  1. Eusebii Pamphili                                                                             Köln  1688
    De demonstratione evangelica libri decem.(Eusebios: ca. 260  339 n. Chr.; Bischof von Caesarea;    verfasste eine Weltchronik und das erste Kirchengeschichtswerk )

  1. Johann Christoph Gottsched                                                      Leipzig 1762
    Vollständigere und neuerläuterte deutsche Sprachkunst  

  1. Breviarium Romanum:                                                                 Augsburg  1792
    Deutsches Brevier für Stiftsdamen,

    Klosterfrauen und jeden guten Christen      

  1. Missale Romanum. Ex decreto sacrosancti                           Kempten  1799
    concilii  Tridentini  restitutum….          

  1. Bernard Overberg                                                                          Münster 1803
    Anweisung zum zweckmäßigen  Schulunterricht

    für die Schullehrer im Hochstifte Münster
    (B. Overberg: geb. 1754 in Voltlage, gest. 1826) 

  1. E Guessefeld                                                                                    Weimar 1804
    Charte über die Länder des Herzoglich­
    Sächsischen- Ernestinischen Hauses                             

Bücher 2 

 

 

 Hinweise über benutzte Texte und Autorenrechte
siehe Quellenverzeichnis!!!
Literatur:
Hans Witte: Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück, München 1992

Otto zu Hoene: Kloster Bersenbrück, 2 Bände. Osnabrück 1977/78
© 2014 Kath. Pfarramt St. Vincentius – Stiftshof 3 – 49593 Bersenbrück – Telefon: 0 54 39/93029
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