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Absolution von der Exkommunikation

Absolution von der Exkommunikation

 Im Kirchenarchiv befindet sich eine Urkunde vom 23. September 1646 zum Zeugnis über die Absolution von der Exkommunikation des Bernhardus Wedemeier wegen Körperverletzung am Pastor; persönlich unterschrieben vom Fürstbischof Franz-Wilhelm von Wartenberg ( 1625 bis 1665). Pastor Wellmann  bezeichnet das in seinen Annalen als „höchst unangenehmer und skandalöser“  Fall, dass „Der  Colonus N.N. „.sich an seinem Pfarrherrn  schändlich  vergriffen ( hat)“. 

Wie überliefert ist, hatte sich wohl Folgendes ereignet: Der damalige Pfarrer Pater Berthold Wysmann, SOC ist (Zisterzienser ), war auf dem Weg nach Ankum  am Knörlpatt, der damals kürzesteten Verbindung, quer durch das Getreidefeld des Bauern Wedemeier geritten. Dieser hatte ihn vom Pferd gerissen und geschlagen. Der Angriff auf einen Geistlichen musste in dieser Zeit die unmittelbare Exkommunikation (Ausschluss vom Abendmahl ) nach sich ziehen. 

Falls diese Geschichte so stimmt, bleibt unabhängig von dieser wohl spontanen Handlung doch ein Rest Verständnis für den „Täter“. In dieser Zeit erhielt man beim Getreide gerade das vier- bis fünffache der Einsaat als Ernte. Das waren von einem  Hektar  Acker  gerade  vier  bis fünf Doppelzentner Roggen – heute sind es etwa 60. Missernten durch Dürre, anhaltenden Regen oder Hagel kamen immer wieder vor. So war für den Bauern jede Ähre wichtig. 

Es waren auch noch die Jahre des 30 jährigen Krieges, in denen die Bauern unter Einquartierungen, Abgaben, Leistungen und anderen Belastungen zu leiden hatten.

So ist dieser Vorgang auch ein Stück Zeitgeschichte.

Absolution

 

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