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4. Kreuztragung

4. Kreuztragung Anfang 16. Jahrhundert zwei Reliefs,
Baumberger Sandstein, 3. bis 8. Station des Kreuzweges

Die Passionsreliefs

 

 In der alten Sakristei, der jetzigen (Tauf- und) Beichtkapelle, befanden sich 1911 in der Westwand eingemauert unbeachtet und in völlig verwahrlostem Zustand zwei Passionsreliefs.

Sie wurden vom Osnabrücker Bildhauer Meemken gründlich gesäubert und restauriert.

Dabei kamen die alten Farben zum Vorschein, die der Malermeister
Wiegard „kunstgerecht“ wieder auffrischte.

Es handelt sich um Arbeiten münsterscher Schule aus der Zeit um 1515.
Wesentliche Vertreter dieser Künstlerwerkstätten sind Evert van Roden auch Johannesmeister genannt – und Heinrich Brabender.
Reinhard Karrenbrock zählt die Bersenbrücker Kreuztragungsreliefs zu den nicht sicher zuzuschreibenden Werken.

Die beiden Künstler wohnten in derselben Straße nur wenige Häuser voneinander getrennt und arbeiteten eng zusammen.
So kann es sein, dass Skulpturen auch gemeinsam geschaffen wurden.

 

In Aufbau und Komposition zeigen die Reliefs enge Parallelen zu den Kreuztragungen im Lübecker Brömsen Altar und im Hochaltar von St. Johann in Osnabrück, aber auch zum Holzappel-Epitaph (Gedächtnismahl für einen Verstorbenen) im münsterschen Landesmuseum, das dem Umkreis Heinrich Brabenders zugerechnet wird . Größere Unterschiede zu Heinrich Brabender findet man jedoch inden Kopftypen.

Die beiden Reliefs zeigen übereinstimmend fünf Stationen des Kreuzweges und zwar

  1. Station Jesus begegnet seiner Mutter

  2. 5. Station Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

  3. Station Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

  4. Station Jesus fällt  zum zweiten Mal unter dem Kreuz

  5. Station Jesus begegnet den weinenden Frauen

Die Kunstwerke sind aus Baumberger Sandstein als Hoch- und Flachrelief gestaltet.

Beide Reliefs sind gut erhalten und nur geringfügig nach Beschädigungen ergänzt.

Wegendes auf dem Schweißtuch fehlenden Abdrucks vom Antlitz Jesu kann man im linken Relief die

Stationen 3 (Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz) bis 5 sehen. Das rechte zeigt dann die Stationen 6 bis 8.

Obwohl beide Kunstwerke die gleichen Motive zeigen, weichen sie doch in ihrer Gestaltung und ihrer Aussage voneinander ab. Bei dem rechten wird eine recht lebhafte Szene dargestellt, in der der unter dem Kreuz gefallene Christus im Mittelpunkt der Handlung steht. In dem linken Relief jedoch ist Christus größer dargestellt. Die anderen beteiligten Personen sind an den Rand gedrängt, dienen als Rahmen, wirken trotz ihrer Trauer fast unbeteiligt. Die beiden mit Christus zu kreuzigenden „Schä­cher“ sind mit Stricken um den H als im Hintergrund zu sehen. Christus ist verlassen und einsam in Bildmitte, er bringt sein Opfer für die Erlösung der Menschen.

Die Reliefs waren im Laufe der Jahre stark nachgedunkelt. Durch die Restaurierung vom Juni 2006 ist die feine Strukturierung und zarte Bemalung der Arbeiten wieder besonders deutlich geworden. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um eine Ergänzung der alten Bemalung handelt, die im gleichen Farbton ausgebessert wurde.

Der Rahmen des rechten Reliefs trägt die später eingeritzte Inschrift:

„0 .MENSCHE: GEDENCKT: WAT: XOS: IH S: VMB: UNSET: WILLEN:HEFT: GELEDEN“

 

Hinweise über benutzte Texte und Autorenrechte
siehe Quellenverzeichnis!!!
Literatur:
Hans Witte: Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück, München 1992
Otto zu Hoene: Kloster Bersenbrück, 2 Bände. Osnabrück 1977/78
© 2014 Kath. Pfarramt St. Vincentius – Stiftshof 3 – 49593 Bersenbrück –
Telefon: 0 54 39/93029
alle Rechte vorbehalten. www.st-vincentius-bersenbrueck.de 

 

 

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