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18. Hochaltar

18. der Hochaltar 1803, Empire-Stil von G. G. Wessel, Osnabrück, der ursprüngliche Baldachin 1969 entfernt

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts waren anscheinend Pflege und Instandsetzungen in der Kirchengemeinde vernachlässigt worden. Größere Reparaturen und  Neuanschaffungen unterblieben. Das mag zusammenhängen mit dem auch unsere Region belastenden siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) als auch mit fehlender Unterstützung durch das Kloster wegen des Neubaues des Süd – und Westflügels 1782. Dazu kamen noch Querelen um die Stelle des Pfarrers nach der Klosteraufhebung  1787.

Erst unter dem energischen Pfarrer Wellmann ( 1799 – 1835) wurden die notwendigen Maßnahmen angefasst. So konnten Entschädigungen, die die Klosterverwaltung für die Übernahme der ehemaligen Klosterkirche an die Gemeinde zahlte, sogar für andere Zwecke verwendet werden: Die Kirche sollte einen neuen Hochaltar bekommen. Der Osnabrücker Bildhauer G .G. Wessel wurde beauftragt, ein Gutachten abzugeben, ob der alte Altar noch wieder hinreichend in Stand gesetzt werden könnte. Da sich das seiner Ansicht nach nicht lohnte, sollte ein neuer errichtet werden. Gegen teilweise heftigen Widerstand in der Gemeinde setzte sich Pastor Wellmann durch. Der neue Hochaltar entstand 1803 in der Werkstatt von G. G. und wurde drei Jahre später vergoldet. Die ursprüngliche teilweise grüne Farbe wurde bei Untersuchungen bei den Restaurationen 2005/2006 festgestellt. Die Gesamtkosten von über 600 Reichstalern, das entsprach annähernd dem Jahreseinkommen des Pfarrers, waren nicht unerheblich.

Nach endgültiger Fertigstellung erhielt der Altar auf der Rückseite eine Inschrift: „Altare hoc majus sculptorem Dnm. Weshel construi, atque per pictorem Dnm Bartseher illuminari curarunt Dnas Theodorus Wellmann Pastor, Colon Henricus Husman in Hastrup, Colon Bernardus Meyer in Hertmen, Colon Hermanus Sander zu Hessel in Woltrup provisores ao 1806″.

HochaltarDer Altar wurde, seiner Zeit entsprechend , im Stil des Klassizismus errichtet. Die für Bersenbrück gewählte Richtung wird auch „Empire-Stil“ genannt. Die Mensa (Altartisch) trägt ein umlaufendes vergoldetes Band aus Blattmotiven. Das Altarretabel  mit dem Tabernakel von 1905 in der Mitte ist mit vergoldeten Fruchtgehängen verziert. Darauf befindet sich die eindrucksvolle fast lebensgroße Kreuzigungsgruppe  mit   Kruzifix,   Maria Magdalena kniend , der Gottesmutter und Johannes. Ursprünglich war diese Figurengruppe umrahmt von korinthischen Säulen mit einem Baldachin, geziert mit Girlanden tragenden Putten. Zwei davon befinden sich jetzt auf dem Marienaltar. Das halbrunde Oberteil wurde bekrönt von einem Pelikan. 

Bei der grundlegenden Renovierung der Kirche nach dem
II. Vatikanischen Konzil wurde dieser Baldachin abgenommen, so dass d i e Figurengruppe direkt vor dem jetzt wieder sichtbaren Grisaille- Fenster an der Chorwand steht.

Seinerzeit erhielt der Chor auch den neuen Altar und das Ambo ,
Kanzel  und Kommunionbank  wurden entfernt.

Ein vergleichbarer Altar mit fast identischen Figuren befindet sich in der Kirche in Markhausen bei Friesoyte.

Hinweise über benutzte Texte und Autorenrechte
siehe Quellenverzeichnis!!!
Literatur:
Hans Witte: Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück, München 1992
Otto zu Hoene: Kloster Bersenbrück, 2 Bände. Osnabrück 1977/78
© 2014 Kath. Pfarramt St. Vincentius – Stiftshof 3 – 49593 Bersenbrück – Telefon: 0 54 39/93029
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