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11. Pietä

11.  Die Pietä 1900 Nazarener Stil, Lindenholz, 
       Stiftung einer Bersenbrücker Familie

Die fast lebensgroße Pieta im Nazarener-Stil in der Gedächtniskapelle ist die Stiftung einer Bersenbrücker Familie aus dem Jahr 1900.

Als Nazarenische Kunst wird eine romantisch- religiöse Kunstrichtung bezeichnet, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts deutsche Künstler in Wien und Rom gründeten und die sich zum Ziel gesetzt hatte, die Kunst im Geist des Christentums aus der Wiederentdeckung alter italienischer und deutscher Meister heraus zu erneuern. 

Die Pieta ist aus Lindenholz geschnitzt und aufwändig gefasst, insbesondere der Umhang der Gottesmutter und der Lendenschurz des toten Christus. Nach einer Grundierung mit Kreide wird Polyment aufgetragen, eine Paste, die wiederum Basis für den Blattgoldbelag ist. Das äußerst dünn gewalzte Gold wird auch heute noch mit dem Pinsel aus den Schwanzhaaren des Eichhörnchens aufgetragen. Damit das Gold am Pinsel haftet und auf das Kunstwerk aufgelegt werden kann, streicht der Künstler den Pinsel leicht über seine Wange, um einen Hauch Fett darauf zu haben. Dann wird das Gold mit einem Achat glatt gestrichen und poliert. Anschließend wird auf diese Flächen Farbe aufgetragen, die nach dem Abtrocknen mit einem Holzstäbchen so entf ernt wird , dass ein Farb- und Goldmuster entsteht. Aber auch die andere Bemalung des Kunstwerkes ist hochwertig, wie das Gesicht mit den zarten Farben und die Ornamente zeigen.

PietaDiese  Skulptur  ist  verbunden mit  einer  reizenden  Liebesgeschichte: 
Ein    Bersenbrücker hatte dem lieben Gott verspro­chen, der Kirche eine Madonna zu stiften, falls seine Angebetete ihn heiraten würde. Tatsächlich wurden  sie  Mann  und  Frau.
Nun wurde allerdings die Erfüllung des Versprechens verscho­ben; seiner  jungen  Gattin erzählte er nichts. Nach etwa zehn Jahren  erkrankte  seine  Frau schwer. Da erinnerte er sich an sein  Gelübte. Ein  der Familie bekannter  Priester  wurde  beauftragt,   etwas  Passendes  zu suchen.   Was  dieser   dann   in Bonn  fand , gefiel auch dem Ehemann, und er löste sein Versprechen ein. Die Statue wurde in der  Kirche  aufgestellt,  und die junge  Frau wurde gesund . Niemandem in   Bersenbrück wurde erzählt, nicht einmal den eigenen Kindern, wer der Stifter war und erst recht nicht warum.

 Im Juni 2006 wurde eine umfangreiche Restaurierung  der Pieta durchgeführt.

Hinweise über benutzte Texte und Autorenrechte
siehe Quellenverzeichnis!!!
Literatur:
Hans Witte: Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück, München 1992
Otto zu Hoene: Kloster Bersenbrück, 2 Bände. Osnabrück 1977/78
© 2014 Kath. Pfarramt St. Vincentius – Stiftshof 3 – 49593 Bersenbrück – Telefon: 0 54 39/93029
alle Rechte vorbehalten. www.st-vincentius-bersenbrueck.de 

 

 

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