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10. Fenster

10.  Fenster 1991 von Jochem Poensgen, Düsseldorf

Das Fenster am Marienaltar

Im Zusammenhang mit dem Bau des Süd- und Westflügels des Klosters im Jahre 1782 entstanden auch die beiden Räume, die jetzt Gedächtnis- und Beichtkapelle sind. Ursprünglich waren sie nur flach gedeckt, so dass die Südwand der Klosterkirche im oberen Teil noch eine Außenwand hatte, die in der Mitte ein Fester aufwies. Mit der Verlängerung des Kirchendaches über diese Räumlichkeiten hinaus lag das Fenster innerhalb des Daches, es hatte keine Funktion mehr und wurde vermauert, allerdings als Blindfenster im Kirchenraum sichtbar. 

Im Zusammenhang mit der Renovierung der Kirche wurde 1991 hier wieder ein Glasfenster eingesetzt. Es ist das jüngste Kunstwerk in der Kirche. Der Entwurf stammt von dem Glaskünstler Jochem Poensgen, Düsseldorf , heute Soest. Seine Arbeiten zeigen fast ausschließlich gerade Linien, selten werden geschwungene oder runde Gestaltungselemente verwendet. Wie der Künstler seine Aufgabe sieht, beschreibt er mit dem Satz: „Meine Arbeiten wollen Teil des Raumes sein, sich einordnen und nicht dominieren.“ 

Fenster MarienaltarDas Fenster in Bersenbrück entspricht dieser Grundeinstellung. Das in blau, weiß und gold gehaltene Werk wiederholt die barocken Farben des Marienaltars, versucht jedoch nicht, etwas von dessen Gestaltung zu kopieren. Die Art der Anordnung der Linien führt fast wie ungewollt zur Bildung eines Sterns im oberen Teil. Er wirkt damit wie der Stern Bethlehelms über der Strahlenma­donna. Obwohl das Fenster ein Werk des 20. Jahrhunderts ist, fügt es sich harmonisch in unsere 800 Jahre alte Kirche ein.

Für seine Gestaltung wurde sogenanntes „Überfangglas“ verwendet. Die blauen und weißen Gläser sind lichtdurchlässig, aber nicht transparent. Sie wirken durch Reflexion auch dann farbig, wenn Licht vom Kirchenraum her auf sie fällt. Das aufgetragene und eingebrannte Blattgold verstärkt die­sen Eindruck und trägt entschieden dazu bei, dass die Gestaltung des Fensters auch bei Dunkelheit von außen sichtbar bleibt. Verstärkt wird das Farbspiel dadurch, dass innerhalb der Gläser unter­ schiedliche Farbstärken bestehen. 

Nach dem Entwurf und der Zeichnung des Künstlers hat die Firma DERIX GLASSTUDIOS in Taunusstein das Fenster gefertigt. Die einzelnen Scheiben wurden dabei nach dem Zuschnitt behutsam in einem Säurebad geschwenkt. Durch diesen Ätzvorgang wurde die Farbschicht in unterschiedlichen Graden entfernt und so eine Differen­zierung der Farbintensität erzielt. Nach der an­schließenden Vergoldung wurden die Gläser dann auf eine Trägerscheibe laminiert.

Das Dach hinter dem Fenster ist mit Glasdachpfannen belegt, damit ausreichend Licht von hinten auf die Scheibe fällt.

 

Hinweise über benutzte Texte und Autorenrechte
siehe Quellenverzeichnis!!!
Literatur:
Hans Witte: Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück, München 1992
Otto zu Hoene: Kloster Bersenbrück, 2 Bände. Osnabrück 1977/78
© 2014 Kath. Pfarramt St. Vincentius – Stiftshof 3 – 49593 Bersenbrück – Telefon: 0 54 39/93029
alle Rechte vorbehalten. www.st-vincentius-bersenbrueck.de 

 

 

 

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