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1. Chorgestühl

Chorgestühl Anfang 16. Jahrhundert  spätgotisch,   aus der Klosterkirche, mit Fischblasenmaßwerk

Chorgestuehl1_bad

Die Klosterkirche erhielt 1511 ein neues Chorgestühl.

Es bestand aus mindestens 32 Sitzen für die Nonnen.

Davon befanden sich bisher 18 Sitze in der St. Vincentiuskirche.


Drei weitere Sitze kehrten nach langer Odyssee in die alte Klosterkirche zurück.

Am 15. Juni 1913 war beschlossen worden, das Chorgestühl, das in der Kirche in geeigneter Weise nicht zu verwenden war, zum Preis  von 10000,- bis 15000 Mark zu veräußern.
Der Erlös sollte für den Neubau des Krankenhauses verwendet werden.
Staatliche Stellen hatten zwar die Verkaufsgenehmigung gegeben, versuchten jedoch, als das Chorgestühl bereits  abtransportiert war, gemeinsam mit der bischöflichen Behörde den Kauf rückgängig zu machen, was jedoch nicht mehr möglich war. 

Diese zierten schon gemeinsam mit anderen Kunstwerken des späten Mittelalters
die Kapelle der Burg Finstergrün bei Ramingstein in Österreich.

Die Burg war später unbewohnt. 1975 wollte die derzeitige Eigentümerin, Jolanta Gräfin Szapary, der Tochter der seinerzeitigen Käuferin, das Chorgestühl wieder veräußern. Dr. Schewe, der damalige Leiter des  Diözesanmuseums nahm Verbindung auf und gab ein Angebot ab für einen viersitzigen, einen dreisitzigen und zwei zweisitzige Chorstühle. So gelangte der dreisitzige Chorstuhl mit Hilfe eines Sponsors in das Diözesanmuseum.

Wo der Viersitzer in seiner besonderen runden Form sowie die beiden kleineren Zweisitzer verblieben sind , ist nicht bekannt.
Ein Dreisitzer, der 1975 nicht mehr in Finstergrün war, tauchte 1978 auf einer Auktion in Luzern auf.

Es dürfte der Chorstuhl sein, der sich heute im Museum des Landkreises in Bersenbrück befindet.

Chorgestuehl2_badDas vom Diözesanmuseum geliehene dreisitzige Chorgestühl entspricht dem in der Kirche vorhandenen, hat jedoch einen Aufsatz mit je einem Feld pro Stuhl mit geschwungenen Wangen, die nach oben spitz in die Profilleiste auslaufen. Es ist, wie bei Klöstern üblich, mit aufklappbaren  Sitzen versehen, bei denen der „Misericordia“ (Erbarmen), auch „gratia dei“ ( Gott sei gedankt) genannt, teilweise erhalten ist. Das sind die kleinen Konsolen, die nach unten spitzzulaufen mit gotischem Krabbenblatt (eine geschnitzte Blume) unter­ halb des Sitzes, die man bei aufgeklapptem Sitz als Stehhilfe nutzen konnte. Dieses Chorgestühl war Teil einer größeren Bank, aus der es recht grob herausgeschnitten wurde. 

Die  Katholische   Kirchengemeinde   St.  Vincentius  ist  erfreut,  das  dreisitzige  Chorgestühl  als Dauerleihgabe vom Diözesanmuseum zu erhalten.    

Das sich in der Kirche befindende Chorgestühl wurde im Stil der Gotik gefertigt,  an den Seitenwangen mit Blendmaßwerk (aufgesetzte gotische Ornamente), Säulen mit Kapitellen (oberer Abschluss der Säulen) und Knospenblatt. Das Schulter-Armgesims hat ein Kehle-Wulst-Profil. 

Gleichzeitig mit dem Chorgestühl für die Klosterfrauen ist auch der Herrensitz entstanden für den Priester  und  die  Provisoren   (Verwalter).   An   den   Seitenwangen   ist   er  mit   spätgotischem Blendmaßwerk   versehen.  Er  verfügt  noch  über  ein  hohes  Rückenteil,  das  ebenfalls  reich  mit Blendmaßwerk  an den beiden äußeren Sitzen und üppigem Rankwerk bei den mittleren verziert ist.Er schließt  nach oben ab mit  Fialen  (spitze  Türmchen)  die  von einer  Kreuzblume  bekrönt  sind . Dazwischen zieren Krabben die Kanten. Die hohen Seitenwangen haben oben eine E-förmige Ranke. Dieser Stuhl hat noch einen vorderen Abschluss mit Buchablage, der ebenfalls  mit aufwändigem Blendmaßwerk, und an den Wangen vom mit spiralförmig gedrehten Halbsäulen verziert ist. 
Nachdem er in der Vergangenheit zeitweise als Sitzplatz für einen weiteren Priester bzw. Die Kirchenvorsteher diente, finden heute in der Regel hier die Kommunionhelfer ihren Platz.


Der Abtissinnenstuhl

Der gleichzeitig wohl in derselben Werkstatt wie das Chorgestühl und der Herrensitz gefertigte Äbtissinnenstuhl  ist von ungewöhnli­cher Qualität und Harmonie.

Der einem Thron ähnelnde Stuhl hatte ursprünglich eine Farbfassung. Durch deren Entfernung ist die alte Wirkung verloren gegangen. Die jeweils aus einem starken Brett gearbei­ teten Wangen ( Seitenteile ) sind im unteren Teil mit Blendmaßwerk und vorne mit Dreiviertelsäulen verziert. Oben sind sie als niedrige Armlehnen mit einer plastischen E-förmigen Ranke ausgebildet.

Die Rücklehne gliedern zwei T-förmig angeordnete Balken in ein quer- und zwei hochformatige Felder, denen geschnitzter Zierrat aufgelegt ist, unten Blendfenster mit Fischblasen (eine gotische Maßwerkform), im Querfeld geometrisch gebildetes Maßwerk.  Eine  Bekrönung  mit  Kreuzblume  auf  der  Spitze(stilisierte Blume mit kreuzförmig angeordneten Blättern) und Fialen an den Seiten schließen die Rückenlehne ab.
Er ist 150 x 70 x 49 cm groß.

Der Stuhl, der rückseitig unbehandelt ist, stand wahrscheinlich vor einer Wand im Kapitelsaal (Versammlungssaal der Nonnen). Dort wurde auch die Äbtissin gewählt, in ihr Amt eingesetzt, und hier nahm sie Treueeid und Huldigung der Klosterfrauen entgegen. Der Stuhl war das Zeichen ihrer Herrschaft und Würde.

Dieser Stuhl stand nach der Klosteraufhebung zeitweise im Chor der Kirche und wurde vom Priester als Sitz benutzt, bevor er als Leihgabe in das Diözesanmuseum kam. Der Äbtissinnenstuhl dürfte der einzige in dieser ausgefallenen  Form sein. In vielen Ausstellungen über die Zisterzienser oder über andere Orden wurde er in den letzten Jahren als Leihgabe gezeigt. Bei seinem Besuch in Osnabrück im Jahre 1980 benutzte auch Papst Johannes Paul II ihn zum Empfang in den Räumen des Diözesanmuseums.

Äbtissinnenstuhll

Äbtissinnenstuhll

Hinweise über benutzte Texte und Autorenrechte
siehe Quellenverzeichnis!!!
Literatur:
Hans Witte: Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Bersenbrück, München 1992

Otto zu Hoene: Kloster Bersenbrück, 2 Bände. Osnabrück 1977/78
© 2014 Kath. Pfarramt St. Vincentius – Stiftshof 3 – 49593 Bersenbrück – Telefon: 0 54 39/93029
alle Rechte vorbehalten. www.st-vincentius-bersenbrueck.de 

 

 


 

 

Chorgestühl Die Klosterkirche erhielt 1511 ein neues Chorgestühl. Es bestand aus mindestens zweiunddreizig Sitzen für die Nonnen. Davon befanden sich bisher 18 Sitze in der Sankt Vincentiuskirche. Drei weitere Sitze kehrten nach langer Odyssee in die alte Klosterkirche zurück. Am fuenfzehnten Juni 1913 war beschlossen worden, das Chorgestühl, das in der Kirche in geeigneter Weise nicht zu verwenden war, zum Preis von 10000,- bis 15000 Mark zu veräußern. Der Erlös sollte für den Neubau des Krankenhauses verwendet werden. Staatliche Stellen hatten zwar die Verkaufsgenehmigung gegeben, versuchten jedoch, als das Chorgestühl bereits abtransportiert war, gemeinsam mit der bischöflichen Behörde den Kauf rückgängig zu machen, was jedoch nicht mehr möglich war. Diese zierten schon gemeinsam mit anderen Kunstwerken des späten Mittelalters die Kapelle der Burg Finstergrün bei Ramingstein in Österreich. Die Burg war später unbewohnt. 1975 wollte die derzeitige Eigentümerin, Jolanta ,Graefin, Szapary, der Tochter der seinerzeitigen Käuferin, das Chorgestühl wieder veräußern. Dr. Schewe, der damalige Leiter des Diözesan Museums nahm Verbindung auf und gab ein Angebot ab für einen viersitzigen, einen dreisitzigen und zwei zweisitzige Chorstühle. So gelangte der dreisitzige Chorstuhl mit Hilfe eines Sponsors in das Diözesanmuseum. Wo der Viersitzer in seiner besonderen runden Form sowie die beiden kleineren Zweisitzer verblieben sind , ist nicht bekannt. Ein Dreisitzer, der 1975 nicht mehr in Finstergrün war, tauchte 1978 auf einer Auktion in Luzern auf. Es dürfte der Chorstuhl sein, der sich heute im Museum des Landkreises in Bersenbrück befindet. Das vom Diözesanmuseum geliehene dreisitzige Chorgestühl entspricht dem in der Kirche vorhandenen, hat jedoch einen Aufsatz mit je einem Feld pro Stuhl mit geschwungenen Wangen, die nach oben spitz in die Profilleiste auslaufen. Es ist, wie bei Klöstern üblich, mit aufklappbaren Sitzen versehen, bei denen der „Misericordia” (Erbarmen), auch „gratia dei” (Gott sei gedankt) genannt, teilweise erhalten ist. Das sind die kleinen Konsolen, die nach unten spitzzulaufen mit gotischem Krabbenblatt (eine geschnitzte Blume) unter­halb des Sitzes, die man bei aufgeklapptem Sitz als Stehhilfe nutzen konnte. Dieses Chorgestühl war Teil einer größeren Bank, aus der es recht grob herausgeschnitten wurde. Die Katholische Kirchengemeinde St. Vincentius ist erfreut, das dreisitzige Chorgestühl als Dauerleihgabe vom Diözesanmuseum zu erhalten. Das sich in der Kirche befindende Chorgestühl wurde im Stil der Gotik gefertigt, an den Seitenwangen mit Blendmaßwerk (aufgesetzte gotische Ornamente), Säulen mit Kapitellen (oberer Abschluss der Säulen) und Knospenblatt. Das Schulter-Armgesims hat ein Kehle-Wulst-Profil. Gleichzeitig mit dem Chorgestühl für die Klosterfrauen ist auch der Herrensitz entstanden für den Priester und die Provisoren (Verwalter). An den Seitenwangen ist er mit spätgotischem Blendmaßwerk versehen. Er verfügt noch über ein hohes Rückenteil, das ebenfalls reich mit Blendmaßwerk an den beiden äußeren Sitzen und üppigem Rankwerk bei den mittleren verziert ist.Er schließt nach oben ab mit Fialen (spitze Türmchen) die von einer Kreuzblume bekrönt sind . Dazwischen zieren Krabben die Kanten. Die hohen Seitenwangen haben oben eine E-förmige Ranke. Dieser Stuhl hat noch einen vorderen Abschluss mit Buchablage, der ebenfalls mit aufwändigem Blendmaßwerk, und an den Wangen vom mit spiralförmig gedrehten Halbsäulen verziert ist. Nachdem er in der Vergangenheit zeitweise als Sitzplatz für einen weiteren Priester bzw. Die Kirchenvorsteher diente, finden heute in der Regel hier die Kommunionhelfer ihren Platz. Der Abtissinnenstuhl Der gleichzeitig wohl in derselben Werkstatt wie das Chorgestühl und der Herrensitz gefertigte Äbtissinnenstuhl ist von ungewöhnli­cher Qualität und Harmonie. Der einem Thron ähnelnde Stuhl hatte ursprünglich eine Farbfassung. Durch deren Entfernung ist die alte Wirkung verloren gegangen. Die jeweils aus einem starken Brett gearbei­ teten Wangen (Seitenteile) sind im unteren Teil mit Blendmaßwerk und vorne mit Dreiviertelsäulen verziert. Oben sind sie als niedrige Armlehnen mit einer plastischen E-förmigen Ranke ausgebildet. Die Rücklehne gliedern zwei T-förmig angeordnete Balken in ein quer- und zwei hochformatige Felder, denen geschnitzter Zierrat aufgelegt ist, unten Blendfenster mit Fischblasen (eine gotische Maßwerkform), im Querfeld geometrisch gebildetes Maßwerk. Eine Bekrönung mit Kreuzblume auf der Spitze(stilisierte Blume mit kreuzförmig angeordneten Blättern) und Fialen an den Seiten schließen die Rückenlehne ab. Er ist 150 x 70 x 49 cm groß. Der Stuhl, der rückseitig unbehandelt ist, stand wahrscheinlich vor einer Wand im Kapitelsaal (Versammlungssaal der Nonnen). Dort wurde auch die Äbtissin gewählt, in ihr Amt eingesetzt, und hier nahm sie Treueeid und Huldigung der Klosterfrauen entgegen. Der Stuhl war das Zeichen ihrer Herrschaft und Würde. Dieser Stuhl stand nach der Klosteraufhebung zeitweise im Chor der Kirche und wurde vom Priester als Sitz benutzt, bevor er als Leihgabe in das Diözesanmuseum kam. Der Äbtissinnenstuhl dürfte der einzige in dieser ausgefallenen Form sein. In vielen Ausstellungen über die Zisterzienser oder über andere Orden wurde er in den letzten Jahren als Leihgabe gezeigt. Bei seinem Besuch in Osnabrück im Jahre 1980 benutzte auch Papst Johannes Paul II ihn zum Empfang in den Räumen des Diözesanmuseums.   Click to listen highlighted text! Chorgestühl Die Klosterkirche erhielt 1511 ein neues Chorgestühl. Es bestand aus mindestens zweiunddreizig Sitzen für die Nonnen. Davon befanden sich bisher 18 Sitze in der Sankt Vincentiuskirche. Drei weitere Sitze kehrten nach langer Odyssee in die alte Klosterkirche zurück. Am fuenfzehnten Juni 1913 war beschlossen worden, das Chorgestühl, das in der Kirche in geeigneter Weise nicht zu verwenden war, zum Preis von 10000,- bis 15000 Mark zu veräußern. Der Erlös sollte für den Neubau des Krankenhauses verwendet werden. Staatliche Stellen hatten zwar die Verkaufsgenehmigung gegeben, versuchten jedoch, als das Chorgestühl bereits abtransportiert war, gemeinsam mit der bischöflichen Behörde den Kauf rückgängig zu machen, was jedoch nicht mehr möglich war. Diese zierten schon gemeinsam mit anderen Kunstwerken des späten Mittelalters die Kapelle der Burg Finstergrün bei Ramingstein in Österreich. Die Burg war später unbewohnt. 1975 wollte die derzeitige Eigentümerin, Jolanta ,Graefin, Szapary, der Tochter der seinerzeitigen Käuferin, das Chorgestühl wieder veräußern. Dr. Schewe, der damalige Leiter des Diözesan Museums nahm Verbindung auf und gab ein Angebot ab für einen viersitzigen, einen dreisitzigen und zwei zweisitzige Chorstühle. So gelangte der dreisitzige Chorstuhl mit Hilfe eines Sponsors in das Diözesanmuseum. Wo der Viersitzer in seiner besonderen runden Form sowie die beiden kleineren Zweisitzer verblieben sind , ist nicht bekannt. Ein Dreisitzer, der 1975 nicht mehr in Finstergrün war, tauchte 1978 auf einer Auktion in Luzern auf. Es dürfte der Chorstuhl sein, der sich heute im Museum des Landkreises in Bersenbrück befindet. Das vom Diözesanmuseum geliehene dreisitzige Chorgestühl entspricht dem in der Kirche vorhandenen, hat jedoch einen Aufsatz mit je einem Feld pro Stuhl mit geschwungenen Wangen, die nach oben spitz in die Profilleiste auslaufen. Es ist, wie bei Klöstern üblich, mit aufklappbaren Sitzen versehen, bei denen der „Misericordia” (Erbarmen), auch „gratia dei” (Gott sei gedankt) genannt, teilweise erhalten ist. Das sind die kleinen Konsolen, die nach unten spitzzulaufen mit gotischem Krabbenblatt (eine geschnitzte Blume) unter­halb des Sitzes, die man bei aufgeklapptem Sitz als Stehhilfe nutzen konnte. Dieses Chorgestühl war Teil einer größeren Bank, aus der es recht grob herausgeschnitten wurde. Die Katholische Kirchengemeinde St. Vincentius ist erfreut, das dreisitzige Chorgestühl als Dauerleihgabe vom Diözesanmuseum zu erhalten. Das sich in der Kirche befindende Chorgestühl wurde im Stil der Gotik gefertigt, an den Seitenwangen mit Blendmaßwerk (aufgesetzte gotische Ornamente), Säulen mit Kapitellen (oberer Abschluss der Säulen) und Knospenblatt. Das Schulter-Armgesims hat ein Kehle-Wulst-Profil. Gleichzeitig mit dem Chorgestühl für die Klosterfrauen ist auch der Herrensitz entstanden für den Priester und die Provisoren (Verwalter). An den Seitenwangen ist er mit spätgotischem Blendmaßwerk versehen. Er verfügt noch über ein hohes Rückenteil, das ebenfalls reich mit Blendmaßwerk an den beiden äußeren Sitzen und üppigem Rankwerk bei den mittleren verziert ist.Er schließt nach oben ab mit Fialen (spitze Türmchen) die von einer Kreuzblume bekrönt sind . Dazwischen zieren Krabben die Kanten. Die hohen Seitenwangen haben oben eine E-förmige Ranke. Dieser Stuhl hat noch einen vorderen Abschluss mit Buchablage, der ebenfalls mit aufwändigem Blendmaßwerk, und an den Wangen vom mit spiralförmig gedrehten Halbsäulen verziert ist. Nachdem er in der Vergangenheit zeitweise als Sitzplatz für einen weiteren Priester bzw. Die Kirchenvorsteher diente, finden heute in der Regel hier die Kommunionhelfer ihren Platz. Der Abtissinnenstuhl Der gleichzeitig wohl in derselben Werkstatt wie das Chorgestühl und der Herrensitz gefertigte Äbtissinnenstuhl ist von ungewöhnli­cher Qualität und Harmonie. Der einem Thron ähnelnde Stuhl hatte ursprünglich eine Farbfassung. Durch deren Entfernung ist die alte Wirkung verloren gegangen. Die jeweils aus einem starken Brett gearbei­ teten Wangen (Seitenteile) sind im unteren Teil mit Blendmaßwerk und vorne mit Dreiviertelsäulen verziert. Oben sind sie als niedrige Armlehnen mit einer plastischen E-förmigen Ranke ausgebildet. Die Rücklehne gliedern zwei T-förmig angeordnete Balken in ein quer- und zwei hochformatige Felder, denen geschnitzter Zierrat aufgelegt ist, unten Blendfenster mit Fischblasen (eine gotische Maßwerkform), im Querfeld geometrisch gebildetes Maßwerk. Eine Bekrönung mit Kreuzblume auf der Spitze(stilisierte Blume mit kreuzförmig angeordneten Blättern) und Fialen an den Seiten schließen die Rückenlehne ab. Er ist 150 x 70 x 49 cm groß. Der Stuhl, der rückseitig unbehandelt ist, stand wahrscheinlich vor einer Wand im Kapitelsaal (Versammlungssaal der Nonnen). Dort wurde auch die Äbtissin gewählt, in ihr Amt eingesetzt, und hier nahm sie Treueeid und Huldigung der Klosterfrauen entgegen. Der Stuhl war das Zeichen ihrer Herrschaft und Würde. Dieser Stuhl stand nach der Klosteraufhebung zeitweise im Chor der Kirche und wurde vom Priester als Sitz benutzt, bevor er als Leihgabe in das Diözesanmuseum kam. Der Äbtissinnenstuhl dürfte der einzige in dieser ausgefallenen Form sein. In vielen Ausstellungen über die Zisterzienser oder über andere Orden wurde er in den letzten Jahren als Leihgabe gezeigt. Bei seinem Besuch in Osnabrück im Jahre 1980 benutzte auch Papst Johannes Paul II ihn zum Empfang in den Räumen des Diözesanmuseums.

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